Zum Inhalt springen Zur Suche springen

Aktuelles

2026

"Der Wahl-O-Mat" - bald auch als Buch

Mit dem Buch “Der Wahl-O-Mat” veröffentlichen Stefan Marschall, Daniel Hagemann und Jonas Bongartz im April 2026 die erste eigenständige Publikation zum Tool. Das essential, welches bei Springer VS veröffentlicht wird, dient als Referenz für die wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung mit Voting Advice Applications wie dem Wahl-O-Mat. Es gewährt Einblicke in die Entstehung und Weiterentwicklung des Tools, zeichnet die historische Genese nach und fasst aktuelle Forschungserkenntnisse zur Funktionsweise, Reichweite und Wirkung zusammen. Abschließend richtet das Buch den Blick auf die Zukunft des Wahl-O-Mat – fokussiert auf den Wandel von Gesellschaft und Parteiensystem sowie den potenziellen Einsatz Künstlicher Intelligenz.

Das Jahr 2026 startete in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: Dort fanden im März die Wahlen zu den jeweiligen Landtagen statt. Mit 2,1 Millionen sowie etwas mehr als 710.000 Nutzungen stellten beide Versionen jeweils Rekorde für die Bundesländer auf.

2025

Bundestagswahl 2025

Die vorgezogene Bundestagswahl am 23. Februar 2025 wurde von vielen mit Spannung erwartet. Der Wahl-O-Mat zu dieser Wahl ist am 06. Februar, und damit nur zweieinhalb Wochen vor der Wahl, online gegangen. 

Der Wahl-O-Mat konnte dabei einen Rekord von 25,96 Millionen Nutzungen aufstellen. 

Es ist bereits der siebte Einsatz dieses Tools - fast wie selbstverständlich gehört der Wahl-O-Mat damit für die meisten Wählenden dazu. Dass in der Erstellung gleichwohl alles andere als selbstverständlich war, berichten die Beteiligten. 

Stefan Marschall, Leiter der Wahl-O-Mat-Forschung, weiß aus Befragungen, dass für viele Wählenden die Nutzung des Tools zum Wahlkampf inzwischen wie selbstverständlich dazugehört: „Rund die Hälfte aller deutschen Wahlberechtigen gibt an, den Wahl-O-Mat schon einmal verwendet zu haben und noch mehr kennen das Tool. Damit war klar, dass das Angebot zur politischen Information – trotz vorgezogener Neuwahlen – nicht fehlen darf“.

In den Planungen wurden hierfür sämtliche Prozesse komprimiert: In der Hälfte der sonst üblichen Zeit wurden Wahlprogramme und deren Entwürfe gelesen, die möglichen Thesen erarbeitet und von den Parteien beantwortet. „Bereits vor dem offiziellen Scheitern der Vertrauensfrage mussten die Planungen und Vorbereitungen starten. Alle Prozesse wurden verkürzt. Puffer, mit denen wir sonst arbeiten, wurden gestrichen. Damit das funktioniert, mussten alle an einem Strang ziehen: die Teilnehmenden der Workshops, die Bundeszentrale für politische Bildung und das Team an der HHU, aber auch die Parteien“, so bilanziert Daniel Hagemann, Mitarbeiter des Forschungsteams.

Das war den Beteiligten gelungen. Die 38 Thesen für den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2025 standen rechtzeitig fest und das Tool war ab Freitag, den 6. Februar - diesmal nur rund zwei Wochen vor der Wahl - online verfügbar.

Parteipositionen bei der Wahl

Wir haben die großen deutschen Parteien mit Hilfe der Wahl-O-Mat-Thesen verortet. 

In einer zweidimensionalen Betrachtung zeigen sich gewohnte Lager. Die SPD und die Grünen sind im wirtschaftlich linken sowie gesellschaftlich liberalen Lager. Die Unionsparteien (CDU/CSU) sowie die AfD können im wirtschaftlich rechten und zugleich gesellschaftlich konservativen Lager verortet werden. Letztere jedoch mit deutlicher Nähe zum autoritär-nationalen Pol. Die FDP zeigt tendenziell liberale Positionen in der Gesellschaftspolitik, mit einer deutlich marktliberalen Einstellung in ökonomischen Fragen.

Das BSW landet ebenfalls gerade so im liberalen Lager, wenn es um gesellschaftspolitische Themen geht. Dies mag überraschen: der Partei wird in der Forschung attestiert, eine ungewohnte Kombination aus kulturell konservativen Positionen und wirtschaftlich linken Argumenten abzubilden. Das Ergebnis hier widerspricht dem nicht zwingend, ist aber dennoch bemerkenswert. Erwähnenswert sind die wechselnden Positionierungen im Bereich "Migration & Asyl”. Das BSW stimmt integrativen Maßnahmen wie der doppelten Staatsbürgerschaft zu, wohingegen es einen strikten Ansatz in Fragen zu Asyl vertritt - so ist die Partei gegen sofortige Arbeitserlaubnisse für Asylsuchende und auch für die Abweisung eben jener Personen an der deutschen Grenze, wenn diese über einen anderen EU-Staat eingereist sind. 

2024

Wahl-O-Mat zur Europawahl 2024

Zur Wahl zum Europäischen Parlament am 9. Juni 2024 stellten die Bürgerinnen und Bürger, die den Wahl-O-Mat spielten, einen neuen Rekord auf: niemals zuvor wurde das Tool bei einer Europawahl so oft genutzt. Mit über 14,5 Millionen (ca. 14,84 Mio.) Nutzungen konnte der Wahl-O-Mat den bisherigen Nutzungsrekord zur EU-Wahl 2019 (ca. 9,82 Mio.) brechen.

Parteipositionen bei der Wahl

Wir haben mit Hilfe der Wahl-O-Mat-Thesen zur Europawahl die großen deutschen Parteien verortet. In einer zweidimensionalen Betrachtung ist das neue BSW auf der kulturellen Achse eher dem konservativ-autoritären Pol zuzuordnen, wobei sie wirtschaftlich links steht. Ein Raum, der in der bisherigen deutschen Parteienlandschaft meist außer Acht gelassen wird. 

Die Analyse ist Teil des Papers „A Better Way of Mapping Political Landscapes?", das bei der ECPR-General-Conference in Glasgow vorgestellt wurde.