Mediennutzung und Misstrauen in Wahlen in Deutschland
Der Strategischen Forschungsförderfonds der HHU fördert von Juni 2026 bis Mai 2027 die qualitative Erhebung von Mediennutzung und politischem Misstrauen in Deutschland.
Projektskizze
Eine technische Panne bei der Ergebnisübermittlung der Sächsischen Landtagswahl 2024 führte kurzfristig zur Veröffentlichung eines falschen Wahlergebnisses. Obwohl der Fehler schnell korrigiert wurde, blieb bei einem Teil der Bevölkerung ein Vertrauensverlust zurück. In sozialen Medien verbreitete sich die Richtigstellung deutlich weniger stark als die ursprüngliche Fehlinformation. Gleichzeitig nutzten politische Akteure die Situation, um Zweifel an der Integrität des Wahlprozesses zu schüren. Für einige Tage prägte so die Vorstellung eines vermeintlich manipulierten Ergebnisses die öffentliche Debatte.
Dieses Beispiel verdeutlicht eine zentrale Frage moderner Demokratien: Wie entsteht politisches Misstrauen in einer digitalisierten Öffentlichkeit? Anders als für die USA ist das Thema bislang in Deutschland wenig erforscht.
Das Projekt untersucht, wie politisches Misstrauen gegenüber Wahlen entsteht und welche Rolle Medien – insbesondere soziale Netzwerke – dabei spielen. Im Mittelpunkt stehen die subjektiven Erfahrungen und Deutungen der Bürgerinnen und Bürger. Dazu führen wir qualitative Interviews und Fokusgruppendiskussionen durch, um besser zu verstehen, wie Menschen Informationen über Wahlen wahrnehmen, interpretieren und in ihr Vertrauen oder Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen einordnen.