Überblick
Neue Publikation zum Einfluss sozialer Medien auf die Wahrnehmung des Meinungsklimas bei Parteianhängern
13. Oktober 2026
In einer aktuellen Studie haben Carina Weinmann, Olaf Jandura und Thomas Petersen untersucht, wie sich die Nutzung sozialer Medien auf die Einschätzung der öffentlichen Meinung auswirkt und ob es dabei Unterschiede je nach politischer Zugehörigkeit gibt.
Auf Basis einer repräsentativen Befragung in Deutschland vergleicht der Beitrag die Wahrnehmungen von Anhängern der Alternative für Deutschland (AfD) und BÜNDNIS 90/Die Grünen. Die Analysen zeigen, dass für Anhänger der AfD insbesondere die politische Diskussion über soziale Netzwerke ein zentraler Faktor ist, um eine Übereinstimmung zwischen der Mehrheitsmeinung und der eigenen Meinung wahrzunehmen. Während dieser aktive Austausch auf sozialen Plattformen das Gefühl verstärkt, dass ihre Ansichten geteilt werden, hatte die reine Informationsbeschaffung über alternative Online-Medien bei der AfD-Anhängerschaft sogar einen negativen Einfluss auf die wahrgenommene Popularität der Partei. Bemerkenswert ist zudem: Bei den Anhängern der Grünen zeigte sich kein entsprechender Effekt durch die Nutzung klassischer Massenmedien auf die Wahrnehmung des Meinungsklimas. Die Befunde verdeutlichen damit differenziert, dass die Faktoren, die zur Einschätzung der Mehrheitsmeinung herangezogen werden, je nach politischer Präferenz grundlegend unterschiedlich ausfallen.
Der Artikel ist erschienen in den Forschungsberichten des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Düsseldorf und unter dem folgenden Link erreichbar: https://doi.org/10.20385/opus4-6310
Neue Publikation zu Potenzialen und Grenzen von KI in Online-Bürgerbeteiligungen
22. September 2026
In einer aktuellen Studie im Journal of Information Technology & Politics haben Carina Weinmann, Mira Warne, Florian Sauer, Marike Bormann, Stefan Marschall und Marc Ziegele untersucht, welche Probleme Bürgerinnen und Bürger in Online-Partizipationsprozessen wahrnehmen und wie sie den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) zur Lösung dieser Herausforderungen bewerten.
Auf Basis einer bundesweiten Befragung in Deutschland (n = 484) identifiziert der Beitrag zentrale Problemfelder wie mangelnde Verbindlichkeit oder Defizite in der Debattenkultur. Während KI-gestützte Ansätze zur Erkennung von Regelverstößen wie Hassrede oder Desinformation auf breite Zustimmung stoßen, stehen die Befragten direkten, debattensteuernden Eingriffen skeptisch gegenüber. Bemerkenswert ist zudem: Je ausgeprägter die Problemwahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger ausfällt, desto geringer ist ihre Zuversicht, dass technologische Lösungen demokratische Defizite beheben können. Die Befunde verdeutlichen damit differenziert die Chancen und Grenzen von KI-Technologien für die Stärkung digitaler Beteiligungsformate.
Der Artikel ist open access hier erreichbar: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/19331681.2026.2731439
Überblicksartikel zu Auswirkungen von Mediengewalt im Handbuch Medienwirkungsforschung erschienen
12. September 2026
Auswirkungen von Mediengewalt auf die Aggression der Rezipientinnen und Rezipienten sind ein sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Wissenschaft kontrovers diskutiertes Thema. Der vorliegende Beitrag liefert eine kritische Bilanz der Erkenntnisse, die die Forschung zur Frage nach Violenz fördernden Wirkungen medialer Gewaltdarstellungen bislang erbracht hat. Hierzu beleuchtet er methodische Probleme, stellt die zentralen Theorieansätze zu Wirkungsmechanismen von Mediengewalt vor und resümiert die empirische Befundlage unter Berücksichtigung von personen-, medien- und inhaltsbezogenen Einflussfaktoren. Ein Blick auf die Wirksamkeit medienpädagogischer Maßnahmen zeigt Ansätze zur Prävention negativer Effekte auf.
Hier geht es zum Artikel, der von Astrid Zipfel verfasst wurde: https://link.springer.com/rwe/10.1007/978-3-658-46851-4_35-1
Vorträge auf der 11. European Communication Conference (ECC) in Brno, Tschechien
9. September 2026
Am 9. September präsentierte Quirin Ryffel Befunde aus einer von Prof. Dr. Thomas Zerback geleiteten Studie, die auf einer dreiwelligen Panelbefragung der erwachsenen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten, Deutschland und Spanien beruht, die 2024 durchgeführt wurde.
Die Befunde der Studie zeigen, dass einstellungskonsistenter Argumentkontakt mit höherer affektiver Polarisierung über die Zeit einhergeht, der Kontakt mit einstellungsinkonsistenten Argumenten hingegen mit affektiver Depolarisierung. Wichtiger als die reine (erlebte) Argument-Kontakthäufigkeit ist jedoch die wahrgenommene Stärke der Argumente: Als überzeugend wahrgenommene einstellungskonsistente Argumente sind mit affektiver Polarisierung über die Zeit assoziiert, als überzeugend wahrgenommene einstellungsinkonsistente Argumente mit Depolarisierung. Unter Berücksichtigung der Argument-Evaluation (wahrgenommenen Argumentstärke) schwächen sich reine Expositionseffekte allerdings deutlich ab oder verschwinden komplett.
Diese Zusammenhangsmuster treten sowohl innerhalb von Personen über die Zeit (within-person) als auch zwischen Personen auf (between-person) und zeigen sich sowohl für Klimaschutz-Gegner als auch Befürworter.
Weiter zeigt sich, dass die Befunde stärker gruppen- als länderspezifisch sind: Bei Gegnern von Klimaschutzmassnahmen geht der Kontakt mit sowie die wahrgenommene Stärke einstellungsinkonsistenter Argumente mit stärkerer Depolarisierung einher als bei Befürwortern.
Die kompletten Vortragsfolien finden Sie hier: https://speakerdeck.com/qrino/ecrea-2026-zerback-ryffel-argument-exposure-strength-affective-polarization Weitere Informationen zum Panel sind auch auf Linked-In zu finden: https://lnkd.in/p/dR3x3Trq
In einem zweiten Vortrag ging es um den Einsatz von Tools auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) durch Medienschaffende in der Schweiz sowie zu wahrgenommenen Effizienz- und Qualitätsgewinnen durch deren Einsatz. An der von Dr. Silke Fürst präsentierten Studie ist Quirin Ryffel beteiligt
Die im Frühjahr 2025 durchgeführte Studie zeigt auf Basis einer Online-Befragung von 588 Journalistinnen und Journalisten in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz, dass KI-Tools im journalistischen Alltag zwar bereits fest verankert sind, jedoch primär unterstützend eingesetzt werden – etwa für Transkriptionen, Korrekturen und Textoptimierungen. Effizienz- und Qualitätsgewinne durch den Einsatz von KI-Tools für die journalistische Arbeit werden insgesamt als eher moderat wahrgenommen.
Auf Basis dieser Wahrnehmungen lassen sich jedoch verschiedene Gruppen von Medienschaffenden ausdifferenzieren: Während eine Gruppe sowohl von Effizienz- als auch Qualitätsgewinnen durch den Einsatz von KI-Tools für die journalistische Arbeit berichtet, nimmt eine andere Gruppe weder hinsichtlich journalistischer Qualität noch Effizienz Gewinne wahr. Drei weitere Gruppen nehmen selektivere Vorteile wahr – beispielsweise bei der Bewältigung von Zeitdruck, bei Möglichkeiten zu vertiefter Recherche oder zur Berücksichtigung einer Vielfalt von Meinungen in der eigenen Berichterstattung.
Im Vortrag wurden zudem Unterschiede zwischen diesen Gruppen hinsichtlich individueller Merkmale, beispielsweise in Bezug auf das Alter, Geschlecht, die Arbeitsbedingungen, das KI-bezogene Wissen der Medienschaffenden sowie hinsichtlich organisationsspezifischer Bedingungen (z.B. Redaktionsgrösse, Newsroom-Normen, KI-Strategien der Medienunternehmen) diskutiert.
Artikel in der Augsburger Allgemeinen zu Geschichte, Verbreitung und Wirkung von Boykotten
13. Oktober 2026
In einem Artikel in der Augsburger Allgemeinen hat Dr. Ole Kelm Statements zur Geschichte des politischen Konsums, der aktuellen Verbreitung sowie der Wirkung von Boykotten gegeben. Der Artikel ist hier verfügbar: www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/mueller-milch-nestle-oder-tesla-diese-firma-wird-von-deutschen-am-haeufigsten-boykottiert-115446544
Auftritt bei der Reihe "Sichtweisen" an der VHS Hilden-Haan
16. September 2026
Im Rahmen der Kooperationsreihe „Sichtweisen“ der Volkshochschule Hilden-Haan und der Evangelischen Erwachsenenbildung Hilden diskutierten Dr. Carina Weinmann und Prof. Dr. Nicolai Krüger am 16.09.2026 im Gemeindezentrum der Reformationskirche Hilden über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Staat und Gesellschaft.
Während Nicolai Krüger die veränderten Bürgererwartungen an staatliches Handeln beleuchtete, analysierte Carina Weinmann die Chancen und Herausforderungen für die demokratische Partizipation. Anhand aktueller Forschung legte sie dar, wie KI-gestützte Verfahren politische Online-Beteiligungsverfahren bereichern können. Im anschließenden World-Café nutzten die Teilnehmenden den Raum, um die Frage zu vertiefen, wie KI politische Diskurse sowie Politik und Verwaltung aus ihrer Sicht (noch) bereichern kann.
Artikel im Tagesspiegel zu Wirkung von Boykotten
21. September
In einen Gespräch mit dem Tagesspiegel hat Dr. Ole Kelm Einschätzungen zur Wirkung aktueller Boykottaufrufe gegeben. Der Artikel ist hier verfügbar: www.tagesspiegel.de/wirtschaft/muller-milch-block-house-alles-paletti-oder-was-16054735.html